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Uzwil: 16.06.2017
Ein eingespieltes, aufgestelltes Team: Dr. Andrea Wenkstern mit Doris Domenic (links) und Karin Rindlisbacher.
Ein eingespieltes, aufgestelltes Team: Dr. Andrea Wenkstern mit Doris Domenic (links) und Karin Rindlisbacher.

Der Hightech-Stuhl, bequem für die Patientinnen und Patienten, ideal zum Arbeiten für die Ärztin.
Der Hightech-Stuhl, bequem für die Patientinnen und Patienten, ideal zum Arbeiten für die Ärztin.

Makula-Erkrankungen nehmen zu
Seit Anfang Mai gibt es in Uzwil ein neues Makulazenter.
Vroni Krucker
Am 3. Mai behandelte die Augenärztin Dr. Andrea Wenkstern den ersten Patienten im neuen Zentrum an der Bahnhofstrasse. Im Zusammenhang mit dem Älterwerden der Menschen steigt das Risiko einer Makuladegenration AMD.

Seit dem 15. August 2005 besteht die Augenarztpraxis von Dr. Andrea Wenkstern. Sie hat sich - nebst den allgemeinen Augenerkrankungen - auf das Behandeln und Spritzen bei Makula-Erkrankungen spezialisiert. Im Zusammenhang mit dem Älterwerden der Menschen steigt das Risiko einer Makuladegenration. Es gibt ein Früh- und eine Spätform, sowie die trockene und die feuchte AMD, wobei letztere die aggressivere ist.

Eigene Räume
Seit über zehn Jahren macht die Ärztin die Einspritzung mit den Medikamenten Eylea oder Lucentis in den Glaskörperraum zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegenration und von Makula-Erkrankungen bei Diabetes und Netzhaut-Venenthrombosen. Da hier hoch steril gearbeitet werden muss, sind separate Räumlichkeiten unumgänglich. Das SWICA santémed braucht die bis anhin angebotenen Räume jetzt selbst, sodass etwas Neues gesucht werden musste.

An idealer Lage
«Es ist für mich ein Glücksfall, dass ich diese Wohnung an der Bahnhofstrasse mieten konnte», betont die Ärztin. Sie ist ideal und nahe bei der bestehenden Augenarztpraxis im Uzwiler Zentrum. Die Firma Trunz und Wirth hat die notwendigen Umbauten in kürzester Frist vorgenommen. Besonderer danken möchte die Bauherrin an dieser Stelle Thomas Eberle sowie den ausgezeichneten Handwerkern, die dafür sorgten, dass termingerecht eröffnet werden konnte. Jetzt müssen die Patientinnen und Patienten nicht mehr nach Wil oder St. Gallen fahren, sondern können die Behandlung bequem im Wohnort machen lassen.

Auch bei der Gemeinde willkommen
Sehr wichtig ist dieses Zenter auch für Gemeindepräsident Lucas Keel. Er meint: «Jeder hätte gern den Durchblick. Drum freut mich, dass wir in Uzwil ein Augenzentrum haben, das bestens für diesen Durchblick sorgt - eine gute Adresse an einer guten Adresse»! Dr. Wenkstern ist es sehr wichtig, dass sich die Patienten wohl, ernst genommen und sicher fühlen. «Im Wartezimmer finden viele Gespräche unter Patienten statt und es ergeben sich da und dort neue Kontakte» erklärte sie. Durchschnittlich werden an einem Tag 10 – 15 Einspritzungen gemacht.

Makulaödem
Als Makulaödem wird das Anschwellen der Netzhautmitte, eben der Makula, durch eine Ansammlung von Flüssigkeit und/oder Blut in und unter der betroffenen Netzhaut bezeichnet. Die Netzhaut ist jenes Gewebe im hinteren Teil des Auges, das die Wahrnehmung von Licht erlaubt. Die Makula ist zuständig für das Sehen mit der höchsten Sehschärfe für Aktivitäten wie Lesen, Fernsehen, Autofahren, Nähen oder das Erkennen von Gesichtern. Das Ödem kann durch verschiedene Erkrankungen der Netzhaut entstehen, bei denen entweder gesunde Blutgefässe der Netzhaut durchlässig werden für Flüssigkeit und Blut wie eben bei der feuchten AMD. Diese Veränderung wird durch einen Wachstumsfaktor angeregt, in der Fachsprache VEGF genannt. Die darauffolgenden Ödeme zerstören die Makula und führen zur Verschlechterung des zentralen Sehens

Einspritzung in den Glaskörperraum
In wissenschaftlichen Studien wurde gezeigt, dass das Medikament Lucentis und Eylea die Wirkung von VEGF blockiert. Ziel ist es dabei, die krankhaft durchlässigen Blutgefässe in der Netzhautmitte abzudichten und so die Schwellung im Bereich der Makula abzutrocknen. Damit das Medikament seine Wirkung voll entfalten kann, muss es am liegenden Patienten direkt in das Auge, genauer den Glaskörper, mit einer haardünnen Kanüle eingespritzt werden. Zunächst wir die Pupille mit Tropfen «erweitert» und die Augenoberfläche leicht betäubt. Die Injektion findet zur Sicherheit unter keimfreien Bedingungen statt. Im Operationssaal wird das Auge desinfiziert und das Gesicht steril abgedeckt.

Erfolgsaussichten und Kontrolle
Die Erfolge hängen davon ab, in welchem Stadium der Erkrankung die Therapie begonnen wird, je früher desto besser. In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass durch eine Behandlung mit Lucentis oder Eylea – mit oder ohne Kombination einer Lasertherapie – bei fast allen Patienten der schwere Verlust der Sehschärfe gestoppt werden konnte, bei der Hälfte trat eine wesentliche Verbesserung der Sehschärfe ein. Die Behandlung mit den sehr teuren Medikamenten untersteht dem BAG (Bundesamt für Gesundheit). Jede einzelne Diagnose muss der Chefarzt der Augenklinik am Kantonsspital bestätigen, so werden die Behandlungen sehr kontrolliert eingesetzt.

Gestern und heute
Ärztin werden wollte Andrea Wenkstern schon seit der Jugend, die Augen sind für sie sehr interessant. Der Mensch hat fünf Sinne, davon gehören dem Auge 60%. Die Behandlung – auch im Zusammenhang mit der immer besser werdenden Technik - sind sehr vielschichtig und werden oft in Zusammenhang mit der Inneren Medizin, der Neurologie usw. getätigt. Wie in den meisten Bereichen der Medizin ist der Fortschritt auch in der Augenheilkunde immens. «Ein gutes Beispiel ist der Graue Star», erklärte die Ärztin. Zu Beginn ihrer Tätigkeit lagen die Patienten dafür eine Woche im Spital, heute dauert die ambulante Behandlung mit allem Drum und Dran eine knappe halbe Stunde. Ausser den meisten Netzhaut- und einigen Hornhauterkrankungen werden alle Eingriffe ambulant vorgenommen.

Auf der Tafel ist auch die Augenarzt Praxis aufgeführt.
Auf der Tafel ist auch die Augenarzt Praxis aufgeführt.

Das Wartezimmer vor den sterilen Räumen bietet Gelegenheit zum Gedankenaustausch untereinander.
Das Wartezimmer vor den sterilen Räumen bietet Gelegenheit zum Gedankenaustausch untereinander.

Das Vorbereitungszimmer im sterilen Teil der Praxis.
Das Vorbereitungszimmer im sterilen Teil der Praxis.

Dr. Wenkstern freut sich an den in einem freundlichen Gelb gehaltenen Räumen, das sich in den Kleidern des Teams wiederholt.
Dr. Wenkstern freut sich an den in einem freundlichen Gelb gehaltenen Räumen, das sich in den Kleidern des Teams wiederholt.