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Flawil: 09.01.2018
Kantonsrat Peter Hartmann verteilte einen Dreikönigskuchen. Ein symbolischer König für einen Tag ist der SP kein Dorn im Auge, wohl aber Menschen, die ihre Macht missbrauchen.
Kantonsrat Peter Hartmann verteilte einen Dreikönigskuchen. Ein symbolischer König für einen Tag ist der SP kein Dorn im Auge, wohl aber Menschen, die ihre Macht missbrauchen.

Amtsträger der SP Flawil: Kantonsrat Daniel Baumgartner, Gemeinderat Eddie Frei, Kantonsrat Peter Hartmann und Schulrat Marco Lüchinger.
Amtsträger der SP Flawil: Kantonsrat Daniel Baumgartner, Gemeinderat Eddie Frei, Kantonsrat Peter Hartmann und Schulrat Marco Lüchinger.

«Macht korrumpiert schleichend»
Kantonsrat Peter Hartmann sagte an der Neujahrsbegrüssung der SP Flawil «Dorfkönigen» den Kampf an
Josef Bischof
Zur Neujahrsbegrüssung lud die SP Flawil in den Kulturpunkt ein. In familiärem Rahmen wünschte man sich alles Gute für das eben begonnene Jahr. Die politischen Akzente wurden durch die beiden Kantonsräte Daniel Bodenmann und Peter Hartmann gesetzt. Letzterer, SP-Fraktionspräsident im Kantonsrat, nahm den Brauch mit dem Dreikönigskuchen zum Anlass, sich mit richtigen Königen und speziell mit Machtmenschen auseinanderzusetzen.

Der Dreikönigstag lag erst zwei Tage zurück. Zu Beginn seiner Ausführungen verteilte Peter Hartmann den auf dem Apéro-Tisch bereitgestellten Dreikönigskuchen. Dass keiner der Teilnehmer in seinem Kuchenstück die Königsfigur fand, kam dem Referenten nicht ungelegen. Einen König, dessen Amtszeit auf einen Tag beschränkt ist, könnte man sich allenfalls gefallen lassen. In der Schweiz aber – einem demokratischen Staat – kenne man keinen König. Hier bestimme das Volk.

Sind uns Könige wirklich fremd?
Diese rhetorische Frage verneinte der Referent nicht gänzlich. Wir seien zwar keinem Monarchen untertan. Aber Menschen mit grossem Einfluss gebe es in manchen Bereichen. In Gemeinden komme es vor, dass ein Unternehmer oder auch ein Gemeindepräsident das Szepter politisch eigenmächtig führe. Solche Persönlichkeiten würden dann ja auch als Dorfkönige bezeichnet.

Überdurchschnittlich einflussreich seien oft auch vermögende Menschen. Ausserdem gebe es auch immer wieder Meinungskönige, Einzelpersonen als Meinungsmacher.

Demokratie als Gegenbewegung
Bei den geschilderten Positionen gehe es um Macht, betonte Peter Hartmann. Macht verursache Ungleichheiten zum Vorteil weniger. Macht korrumpiere schleichend. Dieser Tendenz wirke Demokratie entgegen, im Idealfall Sozial-Demokratie. Solidarität müsse vor Eigennutz stehen. Der SP-Slogan «Für alle statt für wenige» bringe es auf den Punkt.

Mehr politische Diskussionen
Für die Flawiler SP folgerte der Referent, die Partei müsse ihre Vorstellungen vermehrt einbringen und die demokratischen Mittel nutzen. Flawil brauche mehr politische Diskussionen. Was Flawil lebens- und wohnenswert mache und wohin sich die Gemeinde entwickle seien Fragen, die nicht im kleinen Kreis erörtert werden dürften. Darüber müsse öffentlich gestritten und bestimmt werden.

750’00 Franken fehlen
Wie Peter Hartmann bedauerte auch Daniel Baumgartner vom Parteipräsidium die von der Bürgerversammlung beschlossene Senkung des Steuerfusses um 5 Prozent. 750'000 Franken entgingen jährlich dem Gemeindehaushalt, so dass soziale und kulturelle Aufgaben unerledigt bleiben müssten. Daniel Baumgartner Schulleiter der Heilpädagogischen Schule, hob die gesellschaftspolitischen Postulate der SP hervor. Dazu gehörten eine kostenlose und von wirtschaftlichen Interessen unabhängige Bildung, das Recht auf Familie für alle sowie das Recht auf Migration und die Würde des Menschen.
Daniel Baumgartner: «Pressefreiheit ist ein wichtiges Gut in einer Demokratie. Die SP bedauert die schwindende Meinungsvielfalt und lehnt die No-Billag-Initiative ab.»
Daniel Baumgartner: «Pressefreiheit ist ein wichtiges Gut in einer Demokratie. Die SP bedauert die schwindende Meinungsvielfalt und lehnt die No-Billag-Initiative ab.»

Peter Hartmann: «Die Schweiz kennt keinen König. Bei uns bestimmt das Volk. Trotzdem gibt es «Dorfkönige», «Geldbarone» und Meinungsmacher mit grossem Einfluss.
Peter Hartmann: «Die Schweiz kennt keinen König. Bei uns bestimmt das Volk. Trotzdem gibt es «Dorfkönige», «Geldbarone» und Meinungsmacher mit grossem Einfluss.

Gemeinderat Eddie Frei stösst mit Annatina Reinhard auf ein gutes Jahr an.
Gemeinderat Eddie Frei stösst mit Annatina Reinhard auf ein gutes Jahr an.

Im Kulturpunkt engagiert: Vater und Sohn Ralph und Ananda Geissberger.
Im Kulturpunkt engagiert: Vater und Sohn Ralph und Ananda Geissberger.