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Wil: 10.01.2018
„Ich bin ein Verfechter von kurzen, prägnanten Voten"
Luc Kauf will in seinem Einsatz als Parlamentspräsident das Parlament der Bevölkerung näher bringen.
Niklaus Jung
Luc Kauf von der Fraktion GRÜNE/prowil tritt an der Donnerstagssitzung des Wiler Parlaments zur Wahl ins Präsidium an. Für Kauf ist das Amt eine klare Herausforderung, objektiv und zielorientiert zu führen. Zum Auftakt der Sitzungen will er sich auch einmal einen Freiraum nehmen für persönliche Gedanken, eventuell unterstützt von einer visuellen Einspielung. Für das Jahr 2018 erwartet Luc Kauf möglichst viele behandlungsreife Geschäfte, welche speditiv durch das Parlament laufen.

An der ersten Sitzung vom Jahr, am Donnerstag 11. Januar, steht immer die Ersatzwahl ins Präsidium an. Luc Kauf (GRÜNEew/prowil), vor Jahresfrist zum Vizepräsidenten gewählt, wird voraussichtlich die Nachfolge von Ursi Egli (SVP) antreten. InfoWILplus.ch stellte dem angehenden Höchsten Wiler ein paar Fragen zum Antritt.

IWP: Luc Kauf, was hat Sie bewogen, für das Amt zu kandidieren, oder ist es für Sie eher ein Zur Verfügung stellen?
L. Kauf: Ich sehe das Amt als Herausforderung. Von einem „zur Verfügung stellen“ kann keine Rede sein.

IWP: Welchen Stellenwert messen Sie dem Amt als Höchster Wiler allgemein und persönlich zu?
L. Kauf: Das Amt hat vor allem einen repräsentativen Stellenwert. Als Parlamentspräsident steht man stärker in der Öffentlichkeit. Die Aufgabe liegt auch darin, das Parlament näher an die Bevölkerung zu bringen.

IWP: Als Vizepräsident hatten Sie die Möglichkeit, die Arbeit im Präsidium kennen zu lernen. Genügt das, oder ist für dieses Amt auch vorausgehend Parlamentserfahrung notwendig?
L. Kauf: Eine gewisse Parlamentserfahrung schadet sicher nicht. Je besser man die Abläufe kennt, desto lockerer, denke ich, kann man das Ganze angehen.

IWP: Das Präsidium ist für zahlreiche Entscheide wie Traktanden und Abläufe zuständig. Wie beurteilen Sie aktuell die Stimmung im Präsidium, kommt man schnell auf einen gemeinsamen Nenner?
L. Kauf: Die Stimmung im Präsidium empfand ich im letzten Jahr als kollegial und konstruktiv. Diskussionen sind notwendig, und in den meisten Geschäften wurde relativ schnell ein Konsens gefunden.

IWP: Als Politiker aus dem Linken Lager werden Sie ein stärker rechtslastiges Parlament führen. Sehen Sie da keine Probleme in der Leitungsfunktion?
L. Kauf: Als Parlamentspräsident obliegt mir die Führung der Parlamentssitzungen. Bis jetzt ist es den Präsidentinnen und Präsidenten gelungen, diese Aufgabe jeweils neutral, objektiv und zielorientiert zu erfüllen. Ich hoffe, dass mir das auch gelingt und bin dementsprechend zuversichtlich.

IWP: Wie werden Sie es halten mit den Langrednern. Sind sie eher der für Reden lassen, oder kurze Voten?
L. Kauf: Soweit sie beim Thema bleiben, bin ich eher für die „lange Leine“. Selber bin ich aber ein Verfechter von kurzen, prägnanten Voten. In einem Parlament hat es aber Platz für „sowohl als auch“.

IWP: Ihre Vorgängerin hat den Start der Sitzungen kaum benutzt für persönliche Gedanken. Wie werden Sie das handhaben?
L. Kauf: Ich werde mir vermutlich einen Freiraum nehmen für persönliche Gedanken, eventuell unterstützt von einer visuellen Einspielung. Ob zu Beginn oder am Schluss, das lasse ich noch offen.

IWP: Persönliche Angriffe oder unsachliche Voten sind wiederkehrend Thema. Wo setzen Sie die rote Linie, um einzugreifen?
L. Kauf: In einer Parlamentsdebatte darf es zwischendurch auch mal emotional zu- und her gehen. Ob etwas einmal unsachlich ist oder zu weit geht, ist eine sehr subjektive Beurteilung. Spontan kommt mir jetzt nichts in den Sinn, wo im letzten Jahr die rote Linie überschritten wurde. Bei persönlichen Beleidigungen würde ich aber schnell eingreifen.

IWP: Als Parlamentspräsident haben Sie zusätzlich zahlreiche Repräsentationsfunktionen wahrzunehmen. Legen Sie Wert darauf, an Anlässen auch mit einer eigenen Rede auftreten zu können?
L. Kauf: Wenn es gewünscht ist, gehe ich dem sicher nicht aus dem Wege und hoffe dann natürlich, mit einer treffenden und dem Anlass entsprechenden Rede das Parlament gebührend zu vertreten.

IWP: Gilt das Amt "Höchster Wiler" für Sie als Meilenstein in der politischen Karriere?
L. Kauf: Das Amt des Parlamentspräsidenten ist der Höhepunkt meiner politischen Karriere und ich freue mich auf diese Aufgabe.


IWP: Abschliessend: Was erwarten Sie aus politischer Sicht für die Stadt und die Region im 2018?
L. Kauf: Aus politischer Sicht erhoffe ich mir für das Jahr 2018 möglichst viele behandlungsreife Geschäfte, welche speditiv durch das Parlament laufen. Ich erwarte, dass wir im Bereich Bahnhofplatz, Schule 2020 sowie in der Umsetzung der in den letzten Jahren definierten Strategien im Bereich Stadtentwicklung, Verkehrspolitik etc. aber auch in kleineren Dingen wie regionale Lösung Verpflegung Tagesstruktur usw. einen wichtigen Schritt weiterkommen.
Luc Kauf: Bei politischen Debatten im Parlament bin ich eher für die „lange Leine“. Selber bin ich aber ein Verfechter von kurzen, prägnanten Voten".
Luc Kauf: Bei politischen Debatten im Parlament bin ich eher für die „lange Leine“. Selber bin ich aber ein Verfechter von kurzen, prägnanten Voten".