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Züberwangen: 11.01.2018
Die Überbauung Neufeld in Züberwangen erhält mit der geplanten Umzonung eine Erhöhung des Wohnanteils und verhindert gleichzeitig eine willkürliche Überbauung nach der geltenden Einzonung.
Die Überbauung Neufeld in Züberwangen erhält mit der geplanten Umzonung eine Erhöhung des Wohnanteils und verhindert gleichzeitig eine willkürliche Überbauung nach der geltenden Einzonung.

Die Umzonung vorher, nachher (links, rechts) ermöglicht eine spätere gewerbliche Überbauung in Richtung Hauptstrasse als Lärmschutz zu den neuen Wohnungen.
Die Umzonung vorher, nachher (links, rechts) ermöglicht eine spätere gewerbliche Überbauung in Richtung Hauptstrasse als Lärmschutz zu den neuen Wohnungen.

Umzonung Neufeld verhindert willkürliche Überbauung
Die Förderung von Wohnbauten statt Industrie und Gewerbe steht im Vordergrund des Projektes.
Niklaus Jung
Das Bauland Neufeld in Züberwangen liegt aktuell mehrheitlich in der Gewerbe-Industriezone und in der Wohn-/Gewerbezone. Mit der Umzonung ist eine Reduktion der Gewerbe-/Industriezone zu Gunsten von Wohnzone vorgesehen. An der Medieninformation vom Donnerstag zur Referendumsvorlage betonte Gemeindepräsident Roland Hardegger, dass eine geordnete Wohn-Überbauung mit dem Sondernutzungsplan der Bauherrschaft gesichert werde. Ein Nein zur Umzonung gemäss eingereichtem Referendum hätte zur Folge, dass nach aktuell geltender Zone beliebige Industriebauten bewilligt werden müssten.

An der Medieninformation vom Donnerstagvormittag wiesen Gemeindepräsident Roland Hardegger und Raumplaner Armin Meier vom Büro Strittmatter Partner AG auf die längere Planungsphase mit der Bauherrschaft hin, welche im Jahr 2012 ihren Anfang genommen habe. Die vorgesehene Umzonung ist nach Hardegger keine kurzfristige Entscheidung, sondern die Folge einer gründlichen Absprache mit der Bauherrschaft für eine passende Überbauung. Das Bauvorhaben sei schon an früheren Gemeindeinformationen zur Sprache gebracht worden.

Kritikpunkte klar widerlegt
Die Kritik über vierstöckige Bauten in der Kernzone widerlegte Hardegger. Das Bauvorhaben komme ausserhalb der Kernzone zu liegen. Die Kernzonen seien für Zuzwil, Weieren und auch Züberwangen klar definiert. Die Verkehrserschliessung sei gar übergreifend angegangen worden, indem der Kanton an der Kirchstrasse baulich anpassen möchte (Kreisel, Lichtsignalanlage).Die mögliche Grundwassergefährdung sei erst Gegenstand der Baueingabe.

Die angebliche Verunstaltung des Dorfbildes wird nach Hardegger gerade mit dem Sondernutzungsplan und der vorgesehenen Umzonung verhindert. Die Umzonung steht in direkter Verbindung mit dem Sondernutzungsplan, welcher ein Abweichen nicht mehr zulässt. Ein Nein zur Umzonung wie es das Referendum vorsieht, würde nach der auf diesem Landstück geltenden Zone Tür und Tor öffnen für beliebige Industriebauten im Rahmen eines Sondernutzungsplans, welche wohl weniger dem Dorfbild zuträglich wären. Die Sondernutzung bleibe in der Bauhöhe gar noch rund 1,8 Meter tiefer als es die vorgesehene Zone zulassen würde.

Begründete Zonenplanänderung
Es ist nach Hardegger die geringe Nachfrage an Gewerbe- und Industriefläche, welche die Zonenplanänderung zu Gunsten von mehr Wohnraum bewirkt habe. Züberwangen benötige zusätzlichen Wohnraum für die dörfliche Entwicklung, nicht zuletzt um auch die Schulanlage besser auslasten zu können. Das Gebiet Neufeld biete ideale räumliche Voraussetzungen für Wohnzone. Bekanntlich fordere das neue Raumplanungsgesetz mehr Gewicht auf die Innenentwicklung.

Für eine optimale Rechtssicherheit habe der Kanton den Überbauungsplan bereits begutachtet und vorgeprüft. Weitergehend hätten neben den Grundeigentümern der Ortsplaner, die Gemeinde und das Amt für Raumentwicklung St. Gallen bei der Vorbereitung mitgewirkt. Vorteilhaft wirkten die direkten Wege innerhalb der Überbauung, der Anschluss an den öffentlichen Verkehr und die Öffnung des Morachbaches, was "Wohnen am Wasser" ermögliche.

Die sieben Mehrfamilienhäuser (ca 50 Wohnungen) ermöglichten eine haushälterische Bodennutzung mit Aussenraumqualität und gebündelter Erschliessung. Das belassene Gebiet an der Kantonsstrasse ermögliche mittels passendem Gewerbebau einen Lärmschutz für die Wohnbauten. Der Überbauungsplan ist jedoch nicht Gegenstand der Abstimmungsvorlage, sondern lediglich die dafür vorgesehene Umzonung.

Abstimmung am 4. März 2018, Information am 5. Februar 2018
Im Gutachten räumt der Gemeinderat den Gegnern der Umzonung viel Platz ein, um ihre Bedenken formulieren zu können. Darin wird zur Verdichtung Qualität gefordert, besonders bei der Angrenzung zur Kernzone wie auch Kirche und Friedhof.

Der Gemeinderat weist darauf hin, das private Grundeigentümer nicht zu Machbarkeitsstudien oder Architekturwettbewerb verpflichtet werden können. Die Vorstellung der Zonenplanänderung zusammen mit dem Überbauungsplan biete den Vorteil, dass sich die Nachbarn in der unmittelbaren Umgebung ein konkretes Bild über das Bauvorhaben machen können.

Der Gemeinderat empfiehlt auf Grund der vorliegenden Fakten ein Ja zur Umzonung. Auf Montag 5. Februar lädt der Gemeinderat zu einer Orientierung in die Aula des Schulhauses Züberwangen ein, um über die Ausgangslage zu informieren und Fragen zu beantworten.

Die Visualisierung der Ansichten in Richtung Kantonsstrasse (links) und in Richtung Kirche (rechts). Die geplante Sondernutzung ist gleichzeitig Gegenstand der Umzonung.
Die Visualisierung der Ansichten in Richtung Kantonsstrasse (links) und in Richtung Kirche (rechts). Die geplante Sondernutzung ist gleichzeitig Gegenstand der Umzonung.